Zahnzusatzversicherung - mit oder ohne Prophylaxe?

12.05.2015

Lohnen sich moderne Komfort-Zahnzusatzversicherungen mit Zusatzleistungen?

Zahnzusatzversicherung mit Prophylaxe
Zahnzusatzversicherung mit Prophylaxe
Zahnzusatzversicherungen werden mittlerweile in verschiedensten Varianten angeboten. Immer mehr Anbieter leisten hier nicht mehr nur für Zahnersatz, sondern auch für Prophylaxe. Eine Zahnzusatzversicherung mit Leistungen für Professionelle Zahnreinigung o.Ä. ist nachvollziehbarerweise tendenziell auch immer etwas teurer als ein reine Zahnersatzversicherung, schließlich geht der Versicherer davon aus, dass jemand, der eine solche Versicherung abschließt, mehr Wert auf gute Zahnpflege legt und die Prophylaxe-Leistungen regelmäßig in Anspruch nimmt.
 
Die Tariflandschaft der Zahnversicherungen hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Gab es früher vor allem sog. "Ergänzungsversicherungen" wo Leistungen für Zahnersatz meist mit Zusatzleistungen wie z.B. für Brille, Auslandskrankenversicherung o.Ä. gekoppelt waren, so werden heutzutage viel mehr reine Zahnzusatzversicherungen angeboten.
 
Die meisten Versicherungen haben ihre Leistungen auch in der Höhe dem gestiegenen Bedarf des Marktes angepasst. So gab es früher eher Tarife mit Zahnersatzleistungen in Höhe von 20, 30 oder 40%. Mittlerweile zählen diese Tarife eher zum schlechten Durchschnitt, da die besseren Tarife eher 80 bis 90% abdecken.

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Komfort-Tarife mit Zahnbehandlungsleistungen bieten mittlerweile weit mehr als nur Zahnersatz-Erstattung. Oftmals leisten diese Tarife beispielsweise für folgende Bereiche:
 
- Professionelle Zahnreinigung
- Fissurenversiegelung
- Hochwertige Kunststoffüllungen
- Wurzelbehandlungen
- Parodontalbehandlungen
 
Reine Zahnersatzversicherungen sind mittlerweile - je nach Alter - zwischen ca. 20 und 40 Euro zu bekommen. Für einen guten Komfort-Tarif mit Prophylaxeleistungen & Zahnerhaltung, muss man eher zwischen 30 und 60 Euro monatlich investieren. Der höhere Preis dieser Zahnversicherungen ist durch die umfassenderen Leistungen im Regelfall auch gerechtfertigt. 
 
Die Frage, die sich viele Menschen diesbezüglich stellen: Lohnen sich die höheren Kosten für eine solche Komfort-Zahnzusatzversicherung im Vergleich zu einer reinen Zahnersatzversicherung?
 
Diese Frage lässt sich leider - wie so vieles im Leben - nicht ganz so pauschal beantworten.
 
Zunächst einmal muss man die Leistungen für Professionelle Zahnreinigung genauer betrachten. Eine große Rolle spielt hierbei natürlich, wie oft jemand überhaupt vorhat, eine professionelle Zahnreinigung durchzuführen zu lassen. Wenn man eine professionelle Zahnreinigung zwei mal im Jahr durchführen lässt, dann sollte man sich natürlich tendenziell eher mit den Komfort-Zahnzusatzversicherungen beschäftigen, die das auch abdecken.
 
Zu berücksichtigen sind auch die individuellen Kosten für eine solche professionelle Reinigung (PZR) - die sind nämlich auch höchst unterschiedlich, je nach Region und Zahnarzt. In den neuen Bundesländern, insbesondere in ländlicheren Gegenden wird man kaum Zahnärzte finden, die für eine solche Zahnreinigung mehr als ca. 70 Euro verlangen, teilweise sogar noch weniger.
 
In großen Metropolen wie Hamburg, München, Düsseldorf oder Berlin hat man es zumeist schwer, einen Zahnarzt zu finden, der für die PZR weniger als 100 Euro nimmt.
 
Wenn man also weiß, wie hoch die Kosten sind, die jedes Jahr "vorprogrammiert" durch die individuelle Prophylaxe entstehen, dann kann man abschätzen, ob sich eine solche Zahnzusatzversicherung lohnt.
 
Ein Beispiel:
 
Ein 40jähriger Mann, geht zwei mal im Jahr zur professionellen Zahnreinigung und bezahlt dafür jeweils ca. 80 Euro. Ihm entstehen also Jahr für Jahr - auch ohne Versicherung - Kosten in Höhe von 160 Euro pro Jahr.
 
Eine Versicherung, welche diese Kosten in voller Höhe absichert wäre z.B. der Münchener Verein 571+572+573+574 (Deutsche Zahnversicherung - Leistung Prophylaxe max. 170 Euro pro Jahr), Kostenpunkt 28,38 Euro.
 
Vergleichbare Tarife mit guten Leistungen für Zahnersatz sind üblicherweise kaum für unter 20 Euro monatlich zu bekommen (z.B. Hanse Merkur EZ+EZT - 24,00 Euro), so dass sich in diesem Fall die höheren Kosten für die Komfort-Variante lohnen.
 
Berücksichtigen muss man in diesem Vergleich natürlich noch die unterschiedliche Kalkulationsweise der beiden Tarife. Während der Tarif Hanse Merkur EZ+EZT mit sog. "Alterungssrückstellungen" kalkuliert ist und die Beiträge hier stabil auf dem Niveau des Eintrittsalters verbleiben, kalkuliert der Münchener Verein seine Beiträge ohne Altersrückstellungen und die Beiträge steigen damit beim Münchener Verein "vorprogrammiert" bis zum 70. Lebensjahr an.
 
Für diesen 40jährigen Mann würde sich ein Abschluss der Zahnversicherung beim Münchener Verein also im Grunde genommen durchaus rechnen, wenn man bedenkt, dass neben der Zahnreinigung auch noch weitere Zusatzleistungen wie z.B. Wurzelbehandlungen o.Ä. beim Münchener Verein enthalten sind.
 
Anders würde die Rechnung aussehen, wenn man zugrunde legen würde, dass die versicherte Person die Zahnreinigung nicht zwei- sondern nur ein mal jährlich durchführen lässt. Da wäre es dann möglicherweise wieder günstiger einen Tarif ohne Zahnreinigung zu wählen, oder alternativ einen Tarif, der nur einmal im Jahr für PZR leistet.
 
Die Zusatzleistungen für Wurzelbehandlung oder Parodontalbehandlung sollte man ebenfalls nicht unberücksichtigt lassen, wobei der gerade erläuterte Aspekt der Individualprophylaxe bei der Bewertung einer Zahnzusatzversicherung sicherlich höher gewichtet werden muss.
 
Eine Wurzelbehandlung beispielsweise wird im Regelfall durchaus noch von der gesetzlichen Krankenkasse getragen. Es gibt hierbei lediglich Ausnahmefälle, wo dies nicht der Fall ist:
 
Wenn ein Zahn z.B. schon in der Vergangenheit mehrfach wurzelbehandelt wurde, dann wird die gesetzliche Krankenversicherung irgendwann die Erstattung ablehnen, mit einem Verweis auf das sog. "Wirtschaftlichkeitsgebot". D.h. die GKV argumentiert dann damit, dass es - auf Dauer gesehen - wirtschaftlicher wäre, den ohnehin schon stark geschädigten Zahn ziehen zu lassen und ihn günstig (z.B. mit einer Brücke) zu versorgen. Wer dennoch lieber seinen eigenen Zahn erhalten möchte, der müsste eine Wurzelbehandlung u.U. voll selbst tragen und auch das kann - je nach Aufwand - sehr teuer werden (bis ca. 1000 Euro für eine aufwändige voll privat berechnete Wurzelbehandlung sind keine Seltenheit!). 
 
Wer solche Leistungen gerne abgesichert haben möchte, sollte eher auf die Komfort-Zahnversicherungen zurückgreifen, die das gesamte Leistungsspektrum abdecken.

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Gute Komfort-Zahnzusatzversicherungen sind beispielsweise:
 
 
Gute reine Zahnersatztarife sind z.B.:
 

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