Billige oder günstige Zahnzusatzversicherung

13.05.2015

Warum Sie nicht unbedingt die billigste Zahnzusatzversicherung wählen sollten und warum günstig nicht gleich günstig ist!

billige oder günstige Zahnzusatzversicherung
billige oder günstige Zahnzusatzversicherung

Die Preisspanne bei Zahnzusatzversicherungen ist sehr hoch. Die Beiträge für eine Zahnzusatzversicherung beginnen im günstigsten Fall für Erwachsene bei etwa 10 Euro monatlich. Je nach Alter und Geschlecht geht das Spektrum der Beiträge bis rund 60 Euro monatlich hoch (beispielsweise für den Tarif Württembergische V1, Münchener Verein 571+57+573+574 oder die Deutsche Familienversicherung mit Tarif Zahnschutz-Exklusiv).

Lohnt sich das, jedes Jahr bis zu ca. 700 Euro für eine Zahnzusatzversicherung auszugeben? Hier lesen Sie, warum sich eine billige Zahnzusatzversicherung nicht unbedingt lohnt und warum der Begriff "günstig" als relativ zu betrachten ist. Ob man dann unbedingt das teuerste Produkt wählen muss, das bleibt jedem selbst überlassen.

 

Billige Zahnzusatzversicherung - lohnt sich das?

Jeder der sich mit dem Thema Zahnzusatzversicherungen beschäftigt, stößt zwangsläufig auch auf Billigangebote ala "100% Zahnersatz für nur 9,90 Euro im Monat". Dass hier irgendetwas nicht so ganz stimmen kann, sollte jedem klar denkenden Menschen bewusst werden, wenn er etwas tiefer in die Materie einsteigt und verschiedene Tarife gegenüberstellt und vergleicht. 


Um es auf den Punkt zu bringen: wer eine billige Zahnzusatzversicherung abschließt, der wird später, wenn es im Leistungsfall drauf ankommt, auch nur sehr geringe Leistungen erhalten. Wenn es dann um eine Zahnersatz-Rechnung von 10.000 oder 20.000 Euro geht, kann sich das bitter bemerkbar machen.

 

Fallstrick Nummer 1: zu geringe prozentuale Leistung

Oftmals ist die Leistungshöhe für Zahnersatz bei Billigtarifen nur sehr gering, z.B. nur 30%, oder die Leistung orientiert sich an der Höhe der Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Solche Angebote, die zum Beispiel den Festzuschuss der GKV verdoppeln, gibt es einige am Markt, Kosten jeweils um die 10 Euro monatlich.


Das Problem ist ganz einfach, dass hochwertiger Zahnersatz sehr teuer ist und die Festzuschüsse der gesetzlichen Krankenversicherung oftmals nur sehr wenig, z.B. nur 10, 15 oder 20% der real entstehenden Gesamtkosten decken.


Beispiel Implantatversorgung eines einzelnen Zahnes:


Ein hochwertiges Implantat mit Keramikkrone kostet rund 2500 Euro, falls ein Knochenaufbau notwendig ist, sogar noch deutlich mehr! Die gesetzliche Krankenversicherung erstattet allerdings nur den Festzuschuss, welcher auf Basis einer "ausreichenden" und "zweckmäßigen" Brückenversorgung berechnet wird, das sind rund 350 Euro.

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Wer also eine Zusatzversicherung hat, die nur diesen mageren Festzuschuss verdoppelt, oder die nur 20, 30 oder 40% der Gesamtkosten erstattet, der wird spätestens jetzt merken, dass er trotz der jahrelang bezahlten Zusatzversicherung noch einen erheblichen Teil der Gesamtkosten, oftmals noch über der Hälfte, selbst bezahlen muss!


Dann ist der Sinn einer Zusatzabsicherung eigentlich verfehlt, denn man möchte ja im Leistungsfall nicht mehr darüber nachdenken müssen, ob man sich den guten Zahnersatz leisten kann oder ob man mit der billigen Kassenbrücke leben muss.


Also merke: Wer billig zahlt, bekommt billig!


Aber auch günstig ist nicht immer gleich günstig! Nämlich, wenn man das Preis-Leistungsverhältnis verschiedener Anbieter betrachtet. Diesen Sachverhalt muss ich vermutlich etwas genauer erläutern:


Beim Vergleich von Zahnzusatzversicherungen schaut man natürlich neben den Leistungen auch auf die Preise der unterschiedlichen Angebote, was ja grundsätzlich auch sinnvoll und nachvollziehbar ist.


Aber eines übersehen die meisten Menschen dabei:


Die Beiträge von Zahnzusatzversicherungen sind nicht auf Dauer "garantiert" und können sich bedingt durch steigende Kosten- und Schadenquoten ändern (Beitragsanpassung). Das bedeutet im Klartext: 


ein heute noch sehr "günstig" kalkulierter Tarif, der augenscheinlich ein deutlich besseres Preis-Leistungsverhältnis aufweist als eine andere Zahnzusatzversicherung, der kann möglicherweise in einigen Jahren teurer sein, wenn sich herausstellt, dass die Versicherungsgesellschaft den Tarif "zu billig" kalkuliert hatte!


Versicherungen dürfen Tarife natürlich nicht als "Lockangebote" "absichtlich" zu billig kalkulieren - dafür ist die BAFIN (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) zuständig, deren Treuhänder die Kalkulation der einzelnen Versicherungsunternehmen überwacht - aber natürlich gibt es durchaus gewisse Spielräume und eine Versicherung kann natürlich versuchen, eine Zahnzusatzversicherung günstig oder eher teuer zu kalkulieren.


Letztlich sollte man sich darüber im Klaren sein, dass Zähne teuer sind und gute Leistungen gutes Geld kosten. Nehmen Sie nicht die billigste Zahnzusatzversicherung, sonst ärgern Sie sich später, wenn Sie merken, dass Sie sich die teure Zahnsanierung mit Implantaten doch nicht leisten können. Vergleichen Sie ruhig auch das Preis-Leistungsverhältnis der verschiedenen Zahntarife, aber behalten Sie im Hinterkopf, dass die Beiträge möglicherweise in Zukunft erhöht werden könnten, wenn die Versicherung eine steigende Schadenquote registriert. Und versuchen Sie, Ihre Zahnpflege zu optimieren, damit Zahnersatz vermieden werden kann.

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